Samstag, 12. April 2014
Freitag, bitte nicht Freitag!
Heute nehme ich euch mit zurück in das Jahr in dem ich die 6. Klasse besucht habe.

Es ist Freitag - ich hasse Freitage - meine Schulklasse läuft gerade vom Sportunterricht zurück zur Schule. Wir sind eine Weile unterwegs und wildes Stimmengewirr macht sich breit in Vorfreude auf das Wochenende. Viele wollen draussen spielen, sich mit Freunden treffen und mit der Familie etwas unternehmen. Manche besuchen sogar ihre Verwandschaft.
Ich schleiche leise nebenher, den Blick auf den Boden gesenkt. Ich habe Angst!
Nur noch 2 Schulstunden dann muss ich nach Hause.
Nur noch 2 Schulstunden und kein Ausweg, ich muss nach Hause.
Wie wie wird es dieses mal?
Werde ich am Montag wieder in die Schule gehen können?
Kalter Schweiß steht mir am ganzen Körper.

Pure Angst.

Da - ein Lichtblick...
wir laufen an einem Haus vorbei, es ist alt und verkommen. Im Vorgarten lebt ein großer Hund (Neufundländer?). Ich liebe es wenn er sich mit den Pfoten auf den Zaun lehnt um neugierig zu sehen wer vorbei läuft. Sein großes, mächtiges Aussehen, sein riesiger Kopf, die langen Haare die immer gepflegt sind. So gerne möchte ich ihn einmal bürsten und streicheln. Sein sanftes Wesen. Ach, wäre er mein Freund könnte er mich beschützen.

Nur noch 2 Schulstunden..

Die Sonne scheint so schön - ich werde sie am Wochenende nicht wieder sehen - vielleicht durch ein Fenster, aber auf meiner Haut spüren werde ich sie nicht.
Jetzt kriecht sie wieder in mir hoch, die Angst die mich kaum atmen läßt. Ich bin naß von Kopf bis Fuß. Ich atme schnell und heftig.

Ich sitze in der Schule und bekomme vom Unterricht gar nichts mehr mit.

Nur noch 1 Stunde bis ich nach Hause muss.

Was ist das jetzt? Ich schrecke aus meinen Gedanken auf. Die Schulklingel!! Sie dröhnt in meinem Kopf!!
Klingelt sie wirklich oder habe ich mich geirrt?
Alle stehen auf, lächeln und rennen los - ich bleibe starr vor Angst sitzen.
Sie hat geklingelt. Jeden verfluchten Freitag klingelt sie und ich sitze regungslos auf meinem Stuhl und weiß das es jetzt los geht.

Auf meinem Heimweg spüre ich die Sonne nicht, auch kann mich der schöne Hund nicht aufheitern - ich hasse ihn sogar... er sitzt in seinem Vorgarten in der Sonne und ich muss nach Hause. Neugierig schaut er mir hinterher.
Werde ich ihn am Montag wieder sehen? Fast vermisse ich ihn schon. Wäre er doch nur mein Freund.

Da steht es - unser Wohnhaus - da muss ich jetzt hinein. Ein Schwindelgefühl umfängt mich und alles fühlt sich so unecht an. Wie ein Alptraum aus dem man nicht erwacht.
Bitte, bitte wache auf!!
Ich kneife mich aber erwache nicht.. es ist Real.

Ich drehe den Schlüssel im Schloß und trete ein...


Fortsetzung folgt...

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